Fehler bei der Photovoltaik-Planung: PV-Fehler vermeiden
Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am
⚠️ Die häufigsten PV-Fehler sind: Anlage zu klein dimensioniert, Verschattung nicht berücksichtigt, Speicher falsch gewählt und Anmeldepflichten nicht beachtet.
Eine Photovoltaikanlage ist eine lohnende Investition – aber nur bei richtiger Planung. Zu viele Bauherren verlassen sich auf den erstbesten Installateur, ohne die Planung zu hinterfragen. Die Folge: Weniger Ertrag, höhere Kosten und verpasste Optimierungsmöglichkeiten.
Typische Fehler und Lösungen
Fehler 1: PV-Anlage zu klein geplant
Viele Bauherren planen die Anlage nur für den aktuellen Strombedarf. Wärmepumpe, E-Auto und wachsende Familie erhöhen den Bedarf aber deutlich.
Lösung:
Planen Sie die PV-Anlage so groß wie das Dach erlaubt. Module sind günstig, die Fixkosten (Gerüst, Wechselrichter, Anmeldung) fallen ohnehin an. Empfehlung: mindestens 10 kWp.
Fehler 2: Verschattung nicht berücksichtigt
Bäume, Nachbargebäude, Schornsteine und Antennen können einzelne Module verschatten. Bei Reihenschaltung reduziert ein verschattetes Modul den Ertrag der gesamten Stringkette.
Lösung:
Führen Sie eine Verschattungsanalyse durch (Sommer und Winter). Nutzen Sie Leistungsoptimierer oder Mikrowechselrichter bei unvermeidbarer Teilverschattung.
Fehler 3: Speicher falsch dimensioniert
Ein zu großer Speicher ist unwirtschaftlich, ein zu kleiner nutzt das Potenzial nicht aus. Viele Speicher sind überdimensioniert.
Lösung:
Faustregel: Speichergröße in kWh ≈ PV-Leistung in kWp. Also 10 kWp Anlage → ca. 10 kWh Speicher. Mehr lohnt sich nur mit E-Auto.
Fehler 4: Dachausrichtung nicht optimiert
Nicht jede Dachfläche ist gleich geeignet. Norddächer bringen kaum Ertrag, aber auch eine reine Südausrichtung ist nicht immer optimal.
Lösung:
Süd ist ideal. Ost-West erzeugt ca. 15 % weniger Gesamtertrag, verteilt die Produktion aber gleichmäßiger (vorteilhaft für Eigenverbrauch). Nord lohnt sich nicht.
Checkliste
- ✓PV-Anlage so groß wie möglich planen (min. 10 kWp)
- ✓Verschattungsanalyse durchführen
- ✓Speicher sinnvoll dimensionieren (ca. 1 kWh/kWp)
- ✓Zukünftigen Strombedarf berücksichtigen (WP, E-Auto)
- ✓Mehrere Angebote vergleichen
- ✓Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister