Was ist ein Leerrohr im Hausbau?
Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am
Definition
Ein Leerrohr ist ein flexibles oder starres Kunststoffrohr, das während des Rohbaus in Wände, Decken oder Böden eingebaut wird, um später Kabel ohne Stemmen nachziehen zu können.
Einfache Erklärung
Leerrohre sind die günstigste Versicherung gegen teure Nachrüstungen. Sie ermöglichen es, später Netzwerkkabel, Lautsprecherkabel, Sensorleitungen oder zusätzliche Stromleitungen einzuziehen – ohne Wände aufzubrechen. Üblich sind Durchmesser von 20–32 mm. Für Netzwerkkabel empfehlen sich 25 mm, für dickere Kabelbündel 32 mm. Leerrohre kosten nur wenige Euro pro Meter, eine nachträgliche Kabelverlegung kann 50–100 €/m kosten.
Beispiel aus der Praxis
Die Familie Maier lässt in jedes Zimmer 3 Leerrohre verlegen: 2× zum Zentralverteiler im Keller (für Netzwerk und Reserve), 1× zum Fenster (für spätere Rollladensteuerung oder Sensoren). Kosten: ca. 800 € für 200 m Leerrohr. 10 Jahre später ziehen sie ohne Aufwand Glasfaser und Smart-Home-Kabel nach.
Typische Fehler
Häufige Fehler: Keine Leerrohre eingeplant – nachträgliche Kabelverlegung kostet ein Vielfaches. Leerrohre zu dünn (16 mm statt 25 mm) – Kabel passen nicht durch. Keine Einziehdrähte in den Leerrohren hinterlassen. Leerrohre mit zu engen Radien verlegt – Kabel klemmen.
Kosten
Leerrohre kosten 0,50–2,00 € pro Meter Material. Für ein Einfamilienhaus (200–400 m Leerrohr) fallen inklusive Verlegung ca. 500–1.500 € an. Die Nachverlegung eines Kabels ohne Leerrohr kostet 50–100 €/m.
Häufige Fragen
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