Was ist eine tragende Wand?
Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am
Definition
Eine tragende Wand ist eine Wand, die Lasten aus Decken, oberen Geschossen oder dem Dach aufnimmt und in die Fundamente ableitet. Sie darf ohne statische Prüfung nicht entfernt oder verändert werden.
Einfache Erklärung
Tragende Wände sind Teil des Tragwerks eines Gebäudes. Sie leiten Vertikallasten (Decken, Dach, Eigengewicht) und oft auch Horizontallasten (Wind, Erdbeben) in die Fundamente. In Massivbauweise bestehen sie aus Mauerwerk (mindestens 17,5 cm bei Kalksandstein) oder Stahlbeton. Tragende Wände erkennt man an: ihrer Dicke (meist ab 17,5 cm), ihrer Position (unter Deckenbalken/Auflagern) und den Bauplänen (im Grundriss markiert).
Beispiel aus der Praxis
Ein Bauherr möchte im Bestandshaus eine Innenwand entfernen, um einen größeren Wohnraum zu schaffen. Der Statiker prüft die Baupläne und stellt fest, dass die 24 cm dicke Kalksandsteinwand tragend ist. Er plant einen Stahlunterzug (HEB 200) als Ersatz, der die Deckenlast übernimmt. Kosten: ca. 3.500–6.000 € inkl. Statik und Einbau.
Typische Fehler
Häufige Fehler: Tragende Wand ohne Statiker entfernt – Einsturzgefahr! Wand wird als nichttragend eingestuft, obwohl sie Lasten trägt. Ersatz-Unterzug zu schwach dimensioniert. Keine Baugenehmigung für den Umbau eingeholt.
Kosten
Entfernung einer tragenden Wand inkl. Unterzug: 3.500–8.000 € (Statiker, Material, Einbau). Statikergutachten allein: 500–1.500 €.
Häufige Fragen
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