Was ist ein hydraulischer Abgleich?
Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am
Definition
Der hydraulische Abgleich ist die optimale Einstellung aller Heizkreise und Heizkörper, damit jeder Raum exakt die benötigte Wärmemenge erhält.
Einfache Erklärung
Ohne hydraulischen Abgleich fließt das Heizwasser bevorzugt durch die kürzesten und widerstandsärmsten Leitungen. Nahe Räume werden überheizt, entfernte bleiben kalt. Beim Abgleich berechnet der Heizungsbauer anhand der Heizlast jedes Raums die nötige Wassermenge und stellt Thermostatventile, Strangregulierventile und Pumpenleistung entsprechend ein. Seit 2023 ist der hydraulische Abgleich bei Förderung von Wärmepumpen und beim Heizungstausch verpflichtend. Er spart 10–15 % Heizenergie.
Beispiel aus der Praxis
Nach der Installation der Wärmepumpe führt der Heizungsbauer bei Familie Koch einen hydraulischen Abgleich Verfahren B durch. Er erfasst raumweise die Heizlast, berechnet die nötigen Wassermengen und stellt alle 12 Fußbodenheizungskreise über die Durchflussbegrenzer am Verteiler ein. Ergebnis: gleichmäßige Raumtemperaturen und 12 % weniger Stromverbrauch.
Typische Fehler
Häufige Fehler: Abgleich wird gar nicht durchgeführt – bei Förderanträgen führt das zur Rückforderung. Nur Verfahren A (vereinfacht) statt Verfahren B (raumweise Berechnung) angewendet. Nach baulichen Änderungen (neue Fenster, Dämmung) keinen erneuten Abgleich durchgeführt.
Kosten
Verfahren A kostet ca. 400–600 €, Verfahren B ca. 800–1.500 € für ein Einfamilienhaus. Die Kosten werden häufig durch die Energieeinsparung innerhalb von 2–3 Jahren amortisiert.
Häufige Fragen
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