Technik & Energie

Was ist eine Schmutzwasserleitung?

Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am

Definition

Eine Schmutzwasserleitung führt häusliches Abwasser (Toilette, Dusche, Waschbecken, Küche) vom Haus zur öffentlichen Kanalisation oder zur hauseigenen Kläranlage.

Einfache Erklärung

Schmutzwasserleitungen werden im Neubau als Grundleitungen unter oder in der Bodenplatte und als Fallleitungen in den Wänden verlegt. Sie bestehen aus HT-Rohren (Hochtemperatur-beständig, für Innen) und KG-Rohren (Kanalgrundrohr, für Außen/Erdreich). Das Gefälle muss 1–2 % betragen (1–2 cm pro Meter). Zu wenig Gefälle führt zu Verstopfungen, zu viel Gefälle dazu, dass das Wasser zu schnell abläuft und Feststoffe zurückbleiben. Die Dimensionierung richtet sich nach der Anzahl der Anschlussstellen.

Beispiel aus der Praxis

Im Neubau werden die Schmutzwasserleitungen bei der Bodenplattenvorbereitung als Grundleitungen (KG DN 100) mit 1,5 % Gefälle verlegt. Zwei Fallrohre (HT DN 100) führen vom OG-Bad und EG-Bad senkrecht nach unten und münden in die Grundleitung. Der Revisionsschacht vor dem Haus ermöglicht spätere Wartung.

Typische Fehler

Häufige Fehler: Grundleitungen ohne Gefälleprüfung verlegt – Abwasser fließt nicht ab. Keine Revisionsöffnungen eingeplant – Verstopfungen sind schwer zu beheben. Belüftung der Fallleitung vergessen – Unterdruck zieht das Wasser aus den Siphons, Geruchsbelästigung.

Kosten

Schmutzwasserleitungen im Neubau kosten inklusive Material und Verlegung ca. 3.000–6.000 € für ein Einfamilienhaus. KG-Rohre: 3–8 €/m, HT-Rohre: 2–6 €/m. Revisionsschacht: 300–800 €.

Häufige Fragen

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