Was sind Altlasten auf einem Grundstück?
Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am
Definition
Altlasten sind Verunreinigungen des Bodens oder Grundwassers durch frühere gewerbliche oder industrielle Nutzung. Sie können die Bebaubarkeit eines Grundstücks erheblich einschränken und hohe Sanierungskosten verursachen.
Einfache Erklärung
Altlasten entstehen durch Schadstoffeinträge aus früherer Nutzung, z. B. Tankstellen, Fabriken, chemische Reinigungen oder Deponien. Beim Grundstückskauf ist eine Altlastenprüfung essenziell. Das Altlastenkataster der Gemeinde gibt Auskunft über bekannte Verdachtsflächen. Bei positiven Befunden sind Bodenuntersuchungen und ggf. eine Sanierung erforderlich, bevor gebaut werden kann.
Beispiel aus der Praxis
Familie Becker interessiert sich für ein Grundstück, auf dem früher eine Tankstelle betrieben wurde. Die Anfrage beim Altlastenkataster ergibt eine Eintragung als Verdachtsfläche. Ein Bodengutachten zeigt Mineralölverunreinigungen. Die Sanierungskosten werden auf 60.000 Euro geschätzt – der Verkäufer senkt den Kaufpreis entsprechend.
Typische Fehler
Grundstück ohne Altlastenauskunft kaufen. Auch bei privatem Grundstückskauf haftet der neue Eigentümer für Sanierungskosten, wenn der Verursacher nicht mehr greifbar ist. Eine fehlende Eintragung im Kataster bedeutet nicht, dass keine Altlasten vorhanden sind.
Kosten
Eine Altlastenauskunft kostet 20–50 Euro. Ein Bodengutachten mit Laboranalyse 2.000–8.000 Euro. Sanierungskosten variieren extrem: 10.000 bis über 500.000 Euro je nach Art und Ausmaß der Verunreinigung.
Häufige Fragen
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