Was ist ein Blower-Door-Test?
Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am
Definition
Der Blower-Door-Test (Differenzdrucktest) ist ein Messverfahren zur Überprüfung der Luftdichtheit eines Gebäudes. Ein Ventilator erzeugt einen Über- oder Unterdruck, und die gemessene Luftmenge zeigt, wie dicht die Gebäudehülle ist.
Einfache Erklärung
Beim Blower-Door-Test wird ein Ventilator in eine Tür- oder Fensteröffnung eingesetzt und erzeugt einen Unterdruck von 50 Pascal im Gebäude. Die Luftmenge, die der Ventilator fördern muss, um diesen Druck aufrechtzuerhalten, wird gemessen. Daraus ergibt sich der n50-Wert: die Luftwechselrate pro Stunde. Grenzwerte: max. 3,0 h⁻¹ ohne Lüftungsanlage, max. 1,5 h⁻¹ mit Lüftungsanlage. Für KfW-Förderung: max. 1,0–1,5 h⁻¹ je nach Effizienzstandard. Während des Tests können Leckagen mit Rauch oder Infrarotkamera lokalisiert werden.
Beispiel aus der Praxis
Nach der Fertigstellung der luftdichten Ebene wird ein Blower-Door-Test durchgeführt. Der Messtechniker setzt den Ventilator in die Haustür ein und erzeugt 50 Pa Unterdruck. Mit einer Rauchpatrone werden Undichtigkeiten sichtbar gemacht: an einem Fensteranschluss und einer Elektrodose in der Außenwand. Diese werden nachgebessert und der Test wiederholt – Ergebnis: n50 = 1,2 h⁻¹.
Typische Fehler
Häufige Fehler: Test erst nach dem Innenausbau – Nachbesserungen sind dann aufwendig. Fenster und Türen während des Tests nicht geschlossen. Heizungsrohrdurchführungen nicht überprüft. Kein zweiter Test nach Nachbesserungen.
Kosten
Blower-Door-Test: 300–600 € für ein Einfamilienhaus. Bei Leckageortung mit Thermografie: 500–900 €. Für KfW-Förderung meist Pflicht.
Häufige Fragen
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