Was ist Luftdichtheit beim Hausbau?
Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am
Definition
Luftdichtheit bezeichnet die Eigenschaft der Gebäudehülle, unkontrollierte Luftströmungen (Zugluft) zu verhindern. Eine luftdichte Gebäudehülle ist Voraussetzung für Energieeffizienz und Bauschäden-Vermeidung.
Einfache Erklärung
Unkontrollierte Luftströme durch Fugen, Ritzen und Anschlüsse führen zu Wärmeverlusten, Zuglufterscheinungen und – besonders kritisch – Feuchtetransport in die Konstruktion. Die luftdichte Ebene wird bei der Planung festgelegt und muss lückenlos um das gesamte beheizte Gebäudevolumen verlaufen. Im Massivbau bildet der Innenputz die luftdichte Ebene, im Holzbau die Dampfbremse. Die Luftdichtheit wird mit dem Blower-Door-Test überprüft. Der n50-Wert (Luftwechselrate bei 50 Pa Druckdifferenz) darf bei Neubauten max. 3,0 h⁻¹ betragen, bei Lüftungsanlagen max. 1,5 h⁻¹.
Beispiel aus der Praxis
Bei einem KfW-Effizienzhaus 40 wird besonders auf Luftdichtheit geachtet: Alle Fensteranschlüsse erhalten umlaufende Dichtbänder, die Dampfbremse im Dach wird mit Spezialklebeband an Mauerwerk und Sparren angeschlossen, und Elektro-Installationen in der Außenwand werden mit Luftdichtmanschetten abgedichtet. Der Blower-Door-Test ergibt n50 = 0,8 h⁻¹.
Typische Fehler
Häufige Fehler: Luftdichte Ebene nicht durchgängig geplant. Anschlüsse an Fenster und Türen nicht abgedichtet. Elektrodosen in Außenwänden durchbrechen die luftdichte Ebene. Blower-Door-Test zu spät durchgeführt (erst nach Innenausbau).
Häufige Fragen
Bau-Lex Wochenbrief
Wissen, was beim Bauen zählt
Ausgewählte Einordnungen, Ratgeber und Werkzeuge einmal pro Woche im Bau-Lex Wochenbrief.
Anmeldung mit Bestätigungs-E-Mail. Jederzeit abmeldbar. Hinweise in der Datenschutzerklärung.