Was ist eine Zisterne und braucht sie eine Genehmigung?
Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am
Definition
Eine Zisterne ist ein Sammelbehälter zur Speicherung von Regenwasser. Das gesammelte Wasser kann zur Gartenbewässerung, für die Toilettenspülung und die Waschmaschine genutzt werden – das spart Trinkwasser und Niederschlagswassergebühr.
Einfache Erklärung
Zisternen werden meist als unterirdische Kunststoff- oder Betontanks im Garten installiert, üblich sind 3.000–10.000 Liter Volumen. Das Regenwasser wird über die Dachrinne, ein Filtersystem und einen beruhigten Zulauf in die Zisterne geleitet. Mit einer Hauswasserwerks-Pumpe wird das Wasser zu den Verbrauchern (Garten, WC, Waschmaschine) geleitet. Wichtig: Bei Anschluss an die Hausinstallation ist die DIN 1989 sowie die Trinkwasserverordnung zu beachten – Trink- und Regenwassernetz müssen vollständig getrennt sein und alle Zapfstellen entsprechend gekennzeichnet werden. Eine Anschlussanzeige beim örtlichen Wasserversorger ist Pflicht. Reine Garten-Zisternen ohne Anschluss ans Haus sind meist genehmigungsfrei. Viele Kommunen fördern Zisternen mit 250–1.500 € Zuschuss und reduzieren die Niederschlagswassergebühr für angeschlossene Flächen.
Was viele vergessen: Die rechtliche Absicherung des Baubetriebs
Ein Bauantrag regelt das Gebäude – aber eine Gefährdungsbeurteilung (GBU) regelt Ihre persönliche Haftung als Arbeitgeber oder Bauherr gegenüber jedem Menschen auf der Baustelle.
Arbeitsschutz wird oft erst bedacht, wenn es zu spät ist: nach einem Unfall oder wenn die Berufsgenossenschaft unangemeldet vor der Tür steht. Doch ab dem ersten Mitarbeiter oder Helfer sind Sie gesetzlich zur GBU verpflichtet – und das nicht nur "irgendwann", sondern vor Beginn der Arbeiten ( § 5 ArbSchG).
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Beispiel aus der Praxis
Familie Tröger installiert eine 6.000-Liter-Betonzisterne, angeschlossen an Toilette, Waschmaschine und Außenzapfstelle. Investitionskosten 4.500 €, Förderung Stadt 600 €, Reduzierung Niederschlagswassergebühr 80 €/Jahr, Trinkwassereinsparung ca. 35 m³/Jahr (≈ 175 €). Amortisation: rund 15–18 Jahre.
Typische Fehler
Trink- und Regenwasserkreislauf werden falsch gekoppelt – Verstoß gegen die Trinkwasserverordnung, im Extremfall kann Regenwasser ins Trinkwassernetz zurückfließen. Auch werden Pflicht-Anzeigen beim Wasserversorger vergessen. Eine zu kleine Zisterne wird häufig leerlaufen, eine zu große nie voll werden.
Kosten
Komplettsystem 3.000–7.000 € je nach Größe und Material. Mit Anschluss ans Hausnetz weitere 1.500–3.000 € für Pumpe, Steuerung und Doppelinstallation. Förderung 250–1.500 € durch viele Kommunen.
Häufige Fragen
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