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Grundstück prüfen vor Kauf

Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am

Vor dem Grundstückskauf müssen Sie zahlreiche technische, rechtliche und finanzielle Aspekte prüfen. Eine sorgfältige Grundstücksprüfung schützt Sie vor bösen Überraschungen und unerwarteten Kosten.

Ablauf im Detail

1

Grundbuch prüfen

Fordern Sie beim Grundbuchamt einen aktuellen Grundbuchauszug an. Prüfen Sie die Eigentumsverhältnisse, Belastungen wie Hypotheken oder Grundschulden, sowie Dienstbarkeiten (Wegerechte, Leitungsrechte). Achten Sie besonders auf Vorkaufsrechte der Gemeinde.

2

Bodengutachten beauftragen

Ein Baugrundgutachten (800–2.500 €) untersucht Tragfähigkeit, Grundwasserstand und Bodenart. Es ist die Grundlage für die Planung der Gründung (Bodenplatte oder Keller). Bei schlechtem Baugrund können Mehrkosten von 10.000–50.000 € entstehen.

3

Altlasten recherchieren

Holen Sie eine Auskunft aus dem Altlastenkataster der zuständigen Behörde ein. Ehemalige Gewerbe- oder Industriestandorte, Tankstellen oder Deponien können kontaminiert sein. Eine Sanierung kann extrem teuer werden und den Bauherrn treffen.

4

Erschließung klären

Prüfen Sie, ob Wasser-, Abwasser-, Strom-, Gas- und Telekommunikationsanschlüsse vorhanden sind. Erfragen Sie bei der Gemeinde, ob noch Erschließungsbeiträge anfallen. Bei unerschlossenen Grundstücken rechnen Sie mit 10.000–25.000 € Zusatzkosten.

5

Baulastenverzeichnis einsehen

Das Baulastenverzeichnis enthält öffentlich-rechtliche Verpflichtungen, die auf dem Grundstück lasten. Dazu gehören Abstandsflächen-Übernahmen, Stellplatzpflichten oder Zufahrtsbeschränkungen. In einigen Bundesländern gibt es kein Baulastenverzeichnis.

6

Vermessung und Grenzen kontrollieren

Lassen Sie die Grundstücksgrenzen durch einen öffentlich bestellten Vermessungsingenieur überprüfen. Grenzsteine können im Laufe der Jahre verschoben worden sein. Eine Grenzvermessung kostet 1.500–3.000 €.

Tipps

  • Investieren Sie in ein Bodengutachten – es spart langfristig tausende Euro.
  • Prüfen Sie nicht nur das Grundstück selbst, sondern auch geplante Bauvorhaben in der Nachbarschaft.
  • Fragen Sie bei der Gemeinde nach geplanten Straßenausbaubeiträgen.
  • Lassen Sie den Kaufvertrag vor der Unterschrift von einem Anwalt prüfen.
  • Beachten Sie: Der Notar ist zur Neutralität verpflichtet und berät keine Partei.

Checkliste

  • Grundbuchauszug angefordert und geprüft
  • Bodengutachten beauftragt
  • Altlastenauskunft eingeholt
  • Erschließungszustand und -kosten geklärt
  • Baulastenverzeichnis eingesehen
  • Grundstücksgrenzen geprüft
  • Bebauungsplan studiert
  • Kaufnebenkosten kalkuliert
  • Finanzierung gesichert

Häufige Fragen

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