Ratgeber

Baunebenkosten beim Hausbau: Alle versteckten Kosten im Überblick

Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am

Die Baunebenkosten sind die größte Kostenfalle beim Hausbau. Während die reinen Baukosten meist gut kalkuliert werden, vergessen viele Bauherren die zahlreichen Nebenkosten, die sich schnell auf 50.000–80.000 € summieren. Dieser Guide listet alle Baunebenkosten auf und hilft Ihnen, nichts zu vergessen.

Kosten vor dem Bau: Grundstückskauf

Beim Grundstückskauf fallen neben dem Kaufpreis an: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 % je nach Bundesland), Notarkosten (ca. 1,5 % des Kaufpreises), Grundbuchgebühren (ca. 0,5 %) und eventuell Maklergebühren (3,57–7,14 % inkl. MwSt.). Bei einem Grundstück für 100.000 € sind das schnell 8.000–15.000 € Nebenkosten.

Planungs- und Genehmigungskosten

Der Architekt berechnet sein Honorar nach der HOAI. Für ein Einfamilienhaus mit 300.000 € Bausumme fallen ca. 30.000–50.000 € Architektenhonorar an (alle Leistungsphasen). Dazu kommen: Statiker (2.000–5.000 €), Energieberater (1.500–3.000 €), Vermessung (2.000–4.000 €), Baugrundgutachten (1.000–3.000 €) und die Baugenehmigung (1.500–3.000 €).

Erschließungskosten

Wenn das Grundstück noch nicht erschlossen ist, fallen erhebliche Kosten an: Wasseranschluss (2.000–5.000 €), Kanalanschluss (3.000–8.000 €), Stromanschluss (1.000–3.000 €), Gasanschluss (1.500–3.000 €), Telekommunikation (500–1.500 €) und ggf. Straßenerschließungsbeiträge (5.000–20.000 €). Bei einem voll erschlossenen Grundstück entfallen diese Kosten größtenteils.

Kosten während des Baus

Während der Bauphase fallen an: Baustrom und Bauwasser (1.000–2.000 €), Baustelleneinrichtung (2.000–5.000 €), Bauherrenhaftpflichtversicherung (200–400 €/Jahr), Bauleistungsversicherung (ca. 0,2 % der Bausumme), Feuer-Rohbauversicherung (oft kostenlos bei späterer Wohngebäudeversicherung) und ggf. ein Bausachverständiger für die Baubegleitung (3.000–6.000 €).

Kosten nach dem Bau

Auch nach der Fertigstellung kommen Kosten: Außenanlagen (20.000–50.000 €), Einbauküche (5.000–25.000 €), Einfriedung und Zäune (2.000–10.000 €), Pflasterarbeiten für Einfahrt und Wege (3.000–8.000 €) sowie der Umzug (500–3.000 €). Vergessen Sie nicht die Doppelbelastung aus Miete und Kreditrate während der Bauzeit.

Checkliste: Alle Baunebenkosten

Vor dem Bau: Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler, Architekt, Statiker, Energieberater, Vermesser, Bodengutachten, Bauantrag. Erschließung: Wasser, Kanal, Strom, Gas, Telekom, Straße. Während des Baus: Baustrom, Bauwasser, Versicherungen, Baubegleitung, Prüfstatiker. Nach dem Bau: Außenanlagen, Küche, Umzug, Einfriedung. Planen Sie mindestens 15–20 % der Gesamtkosten als Baunebenkosten ein.

Kostenübersicht

Baunebenkosten gesamt: 50.000–100.000 € bei einem Einfamilienhaus mit 300.000 € Bausumme. Grundstücksnebenkosten: 8.000–15.000 €. Planungskosten: 35.000–60.000 €. Erschließung: 10.000–40.000 €. Versicherungen: 1.000–3.000 €.

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