Ratgeber

Grundstück kaufen für den Hausbau: Der komplette Ratgeber

Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am

Das richtige Grundstück ist die Basis für jeden erfolgreichen Hausbau. Doch worauf sollten Sie achten? Welche versteckten Kosten lauern? Und wie finden Sie überhaupt ein passendes Baugrundstück? Dieser Guide beantwortet alle Fragen rund um den Grundstückskauf.

Grundstückssuche: So finden Sie Bauland

Baugrundstücke finden Sie über: Immobilienportale (ImmoScout24, Immowelt), Gemeinden und Städte (Neubaugebiete), Zwangsversteigerungen (Amtsgericht), Makler, persönliche Kontakte und lokale Zeitungen. In begehrten Lagen ist Geduld gefragt – planen Sie 6–12 Monate für die Suche ein.

Bebauungsplan und Baurecht prüfen

Vor dem Kauf unbedingt den Bebauungsplan einsehen! Er regelt: Grundflächenzahl, Geschossflächenzahl, Anzahl der Vollgeschosse, Dachform und Dachneigung, Baugrenzen und Baulinien, Bauweise (offen oder geschlossen) und Art der Nutzung. Liegt kein B-Plan vor, richtet sich die Bebaubarkeit nach § 34 BauGB (Innenbereich) oder § 35 BauGB (Außenbereich).

Grundstücksbewertung und Prüfung

Prüfen Sie vor dem Kauf: Grundbucheintrag (Eigentümer, Belastungen, Dienstbarkeiten), Baulastenverzeichnis, Altlastenkataster, Bodenbeschaffenheit (Baugrundgutachten), Ausrichtung (Süd-Ausrichtung ideal für Solarenergie), Hangneigung, Grundwasserstand und Hochwassergebiet. Ein Baugrundgutachten kostet 1.000–3.000 € und kann teure Überraschungen beim Fundament verhindern.

Erschließung: Was muss vorhanden sein?

Ein baureifes Grundstück sollte erschlossen sein: Straßenanbindung, Wasser- und Abwasseranschluss, Strom und ggf. Gas. Prüfen Sie, ob alle Anschlüsse bis zur Grundstücksgrenze liegen. Fehlende Erschließung kann 10.000–40.000 € zusätzlich kosten. Fragen Sie bei der Gemeinde nach ausstehenden Erschließungsbeiträgen.

Kaufvertrag und Finanzierung

Der Kaufvertrag muss notariell beurkundet werden. Der Notar erstellt den Vertragsentwurf, den Sie 14 Tage vor dem Termin zur Prüfung erhalten sollten. Nach der Beurkundung erfolgt die Eintragung einer Auflassungsvormerkung im Grundbuch, dann die Kaufpreiszahlung und schließlich die Eigentumsumschreibung. Tipp: Kaufen Sie das Grundstück getrennt vom Haus, um Grunderwerbsteuer zu sparen.

Typische Fehler beim Grundstückskauf

Die häufigsten Fehler: Bebauungsplan nicht geprüft, Baugrundgutachten gespart, Erschließungskosten nicht einkalkuliert, Baulastenverzeichnis nicht eingesehen, Altlasten übersehen und Nachbarschaftsrecht nicht beachtet. Jeder dieser Fehler kann Tausende Euro kosten oder den Hausbau sogar verhindern.

Kostenübersicht

Grundstückspreise: 30–3.000 €/m² je nach Region. Kaufnebenkosten: ca. 10–15 % des Kaufpreises (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler). Baugrundgutachten: 1.000–3.000 €.

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Häufige Fragen

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